Aktuelles zum Sachkundenachweis & FKN

Wie ist das denn nun mit dem Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel? Braucht man den jetzt – oder doch nicht?

Berlin, März 2015: Uns erreichen immer wieder Anfragen, ob ein Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel, kurz SKN, noch sinnvoll und notwendig ist. Denn im Internet findet man viele widersprüchliche Aussagen zum Thema. Und die Antwort lautet, auch wenn sich die großen Verbände in Deutschland aus der Prüfung für den Sachkundenachweis vor einiger Zeit zurückgezogen haben: Ja, oftmals schon ;-)

Möchte man an Bord des eigenen Schiffes eine Seenotsignalwaffe bzw. eine Signalpistole Kaliber 4 führen, ist der Sachkundenachweis zur Zeit immer noch notwendig: Zum Erhalt der dazu notwendigen Waffenbesitzkarte muss die entsprechende Sachkunde nachgewiesen werden, weiterhin aber auch das Bedürfnis (z.B. seegängiges Schiff) und die Zuverlässigkeit.
Jagdscheininhaber, Piloten mit entsprechender Berechtigung und ähnliche Gruppen benötigen nach den entsprechenden Verordnungen nicht zwingend einen zusätzlichen Nachweis zur Sachkunde für Seenotsignalmittel. Allerdings kann es unseren Informationen nach im Fachgeschäft Probleme beim Erwerb von Seenotsignalmitteln Probleme geben, da nicht alle Händler von den entsprechend gleichwertigen Qualifikationen Kenntnis haben. Falls Sie bei uns einen Kurs „Sachkundenachweis Seenotsignalmittel“ inkl. Prüfung durchführen möchten und nicht wissen, ob eine Ihrer bereits vorhandenen Qualifikationen bereits theoretisch als Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel anerkannt sind, fragen Sie uns: wir schauen für Sie in den entsprechenden Verordnungen nach!

Der Sachkundenachweis für Seenotsignalmittel schliesst den Fachkundenachweis für Seenotsignalmittel mit ein. Beide Nachweise, also der SKN sowie der FKN, berechtigen zum Erwerb und Transport von Signalmitteln der Kategorie P2 (früher T2). Der SKN jedoch, wie bereits oben beschrieben, schliesst die Signalpistole Kaliber 4 mit ein.

Aufrgund eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens ist die Bundesrepublik Deutschland angehalten worden, diese Kategorisierung aus wettbewerbswidrigen Gründen aufzuheben: im europäischen Ausland existieren solche Restriktionen nämlich nicht. Der Entschluss der Europäischen Kommission Deutschland zu verklagen ist mittlerweile gefällt. Wann dieses Verfahren abgeschlossen und eine enstprechende Änderung der Sprengstoffverordnung durchgesetzt wird, ist nicht bekannt. Bis dahin bleiben SKN und/oder FKN auch zum Erwerb und Transport von Seenotsignalmitteln der Klasse P2/T2 erforderlich.

Eine Änderung des Waffenrechts im Hinblick auf die Signalpistole ist nach allgemein zugänglichen Quellen nicht geplant, weshalb zum Erwerb und Führen ein entsprechender WBK sowie ein SKN höchstwahrscheinlich auch noch für längere Zeit erforderlich bleiben wird.

Für reine Charterer sieht das alles wieder ein wenig anders aus: bei Charterschiffen gibt es eine gesetzlich vorgegebene Ausrüstungspflicht. Je nach Größe müssen Seenotsignale bei gewerblicher Fahrt mitgeführt werden. Für Charterkunden reicht es dann aus, wenn der Vercharter eine Einweisung in die Benutzung der Seenotsignale gibt und diese in einem versiegeltem  Behältnis an Bord der Charteryacht verbleiben. In diesem Fall sind weder Fachkundenachweis (FKN) oder Sachkundenachweis (SKN) für Seenotsignalmittel für den Charterer notwendig.

Kurzum: für Eigner, die Seenotsignalmittel erwerben möchten oder gar eine Signalpistole in das Sicherheitskonzept einbinden möchten, ist ein Sachkundenachweis zur Zeit immer noch notwendig.

Abgesehen von den rechtlichen Aspekten ist ein Kurs zum richtigen Umgang mit Sprengstoff oder Waffen immer nützlich, da wir gerne auch unsere Erfahrungen zum Thema mit Ihnen teilen! Ausserdem können Sie den Kurs sowie die Prüfung zum Sachkundenachweis in etwas mehr als einem halben Tag und am gleichen Ort ablegen – und das fast in jedem Monat des Jahres! Den Sachkundenachweis können Sie nach Bestehen der Prüfung direkt mitnehmen, da dieser bereits vom amtlich zugelassen Prüfungsausschuss vorliegt! Hier finden Sie unsere Termine!

Dieser Text ersetz keine Rechtsberatung und ist ohne jede Gewähr, wenn auch natürlich nach bestem Wissen verfasst.

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